Der Tod will nicht mehr. Und nimmt damit dem Kaiser Overall, der den „großen segensreichen Krieg aller gegen alle“ ausrufen ließ, mit einem Streich seine Macht. Wer soll den Kaiser von Atlantis noch fürchten, wenn niemand mehr sterben kann? Der Segen der Unsterblichkeit kehrt sich in den Schrecken des ewigen Lebens um: was geschieht, wenn es für die Menschen keine Erlösung mehr gibt?
Entstanden 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt entwirft „Der Kaiser von Atlantis oder Die Todverweigergung“ von Viktor Ullmann und seines Librettisten Peter Kien eine visionäre Parabel des Widerstands, die 80 Jahre eine neue Aktualität erlangt: Ein Plädoyer für den Frieden und die Autonomie des Menschen gegen den totalitären Machtanspruch von unberechenbaren Herrschern und die Geburt des Menschen aus dem Geiste der Violenz.
Das MIR 2026 befragt „das Spiel in einem Akt“, wie Entscheidungen, Verantwortung und Mitgefühl von Menschen in einem dynamischen System auf die Probe gestellt werden? Es wird zu einem aktiven Spiegel unserer heutigen Gesellschaft: Wer ist Opfer, wer ist Täter, wer geht über Leichen, wer widersetzt sich, und was bedeutet es, in Extremsituationen Mensch zu bleiben?