Flashmob: ZIVILCOURAGE


SCHAU HIN DENK MIT HAB MUT ZEIG DICH

Ausgehend von Hendrick ter Brugghens Gemälde „Die Spieler“ stellte die Hochschule für Musik und Theater München am 13. April Szenen der Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ in der Alten Pinakothek mit Spielern, Trickbetrügern, Trinkern und Soldaten in der Münchner Innenstadt nach.

Zunächst sind die Kartenspieler des Gemäldes als Tableau vivant in einem leeren Rahmen zu sehen, in dem ein alter Spieler mit Brille von zwei Jungen betrogen wird. Ein Streit eskaliert, die Junge greifen zu den Waffen und ein spektakuläres Fechtduell findet mitten auf dem Odeonsplatz statt. Schließlich zieht sich ein großer Chor aus Studierenden der Hochschule und weiteren Eingeweihten um die Kartenspieler zusammen und rufen sie mit Beethovens „Ode an die Freude“ zur Versöhnung auf.

 

Weitere Shows:

MO 08. JULI | 11.30 | Marienplatz

SO 14. JULI | 15.00 | Kunstareal-Fest | Alte Pinakothek


Musiktheater im Reaktor 2019


Musikhteater im Reaktor 2019: Orpheus & Eurydike

Fünf Eurydikes gegen einen Orpheus in der Reaktorhalle

Das raffiniert gebaute Hotelzimmer mit Caravaggios "Lautenspieler" als durchsichtige Fototapete verspricht Tiefe und subtilen Horror: Magdalena Vollath, Solomía Antonyak, Ilme Stahnke, Julia Johanna Duscher und Alisa Milosevic bevölkern das Hotelzimmer. Ihnen steht ein Orpheus gegenüber (in der Premiere Patrik Reiter).

Regisseurin Waltraud Lehner orientiert sich an den Handlungskon-stanten wie "Glückliches Paar, Magie des Gesangs, Tod durch Schlangenbiss, Gang in die Unterwelt, Der verbotene Blick zurück und zweiter Tod der Eurydikes" und schon mit Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" gibt es den satirischen Blick: der Mann delektiert sich selbstverliebt an seiner Musik, assistiert an der Flöte von der feinen Sopranistin Solomía Antonyak, die auch Klavier spielt, und das Publikum spitzt die Ohren: Prolog aus Monteverdis "Orfeo", Mozart (Bildnisarie), Schubert, Schumann und Mendelssohn, Glucks "Orfeo ed Euridice", immer wieder mit Laute (Cornelia Demmer), zwei Pianos (Andreas Ruppert, Henri Bonamy) wunderbar im "Andante con moto" aus Beethovens 4. Klavierkonzert, sowie die Schlagzeuger (Leon Lorenz und Philipp Gattringer) glänzen hinter transparenten Zimmerwänden. (Klaus Kalchschmid, SZ am 29. April 2019)