Guilio Cesare in Egitto.

 

 

Ausgezeichnet mit der tz-Rose für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet.

 

 


Reine Freude

Alle gegen Einen: in der Reaktorhalle geht das ganze Ensemble nach der Pause des "Giulio Cesare in Egitto" witzig und präzise kollektiv fechtend auf den jetzt stummen Cäsar los (sonst agil präsent spielend und singend: Susan Zarrabi), während Bariton Niklas Mallman "Al lampo dell'armi - im Schein der blitzenden Waffen" mit viriler Verve von der hinteren Beleuchterbrücke singt. Die Titelpartie ist raffiniert geteilt, was in Waltraud Lehners kluger, prägnanter Inszenierung schillernd ausgereizt wird, etwa wenn ein Dacapo plötzlich männlichen Nachdruck bekommt oder die Stimmen sich wie zwei Seelen in einer Brust begegnen. (Klaus Kalchschmid: Süddeutsche Zeitung am 19. Mai 2017)


Zupackend, innig und lebendig

Pro­duk­ti­on der Münch­ner Mu­sik­hoch­schu­le: Pre­mie­re von Ge­org Fried­rich Hän­dels Oper „Gi­ulio Cesa­re in Egit­to“in der Re­ak­tor­hal­le

Dass die jun­gen Sän­ger sich sze­nisch so gut prä­sen­tie­ren, ist Wal­traud Leh­ner zu ver­dan­ken. Sie ent­wi­ckelt die Cha­rak­te­re und die ver­wor­re­nen Be­zie­hun­gen klug und le­ben­dig. Ein tol­ler Abend. (Gabriele Luster: Münchner Merkur am 20. Mai 2017)


Glänzender Abend

Jubel in der Reaktorhalle - Zu Recht.

Das liegt an Waltraud Lehner: Auf meist leerer Bühne, vor einer schlichten Sperrholz-Fassade (Ulrich Frommhold) entwickelt sie die Charaktere und die verworrenen Beziehungen klug und höchst lebendig. Nicht ohne Witz und mit viel virtuoser Fechterei. Ein toller Abend! (Gabriele Luster: tz am 24. Mai 2017)


Premiere in München


The Fall of the House of Usher.

Trailer.


Glare

Trailer.


Theater Koblenz: Aufregendes Operndoppel

Die Regisseurin Waltraud Lehner, die das Operndoppel in Koblenz mit ihrem Team verantwortet, entscheidet sich für klare, harte Bilder. Ist Lea erst von den anderen entmenschlicht, wird sie zum Opfer gleich zweier Schändungen – da ist Betroffenheit im sehr aufmerksam den Abend erlebenden und am Ende lange und kraftvoll applaudierenden Publikum spürbar. (Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung, 12. März 2017)


Packende Inszenierung von Waltraud Lehner

Von Anfang an ist dem Leser wie dem Besucher der packenden Inszenierung von Waltraud Lehner klar, dass die Geschichte keinen guten Ausgang wird nehmen können. Die immer wiederkehrenden Motivfetzen ziehen den Zuhörer in ihren Bann, versetzen ihn in einen Zustand, der zwischen Meditation und Nervosität angesiedelt ist. Dies spiegelt Lehner in ihrer Lesart des Stoffes und wird dabei von genialen Videoeinspielungen unterstützt, für die Georg Lendorff verantwortlich zeichnet. Sie schaffen eine zusätzliche Ebene, visualisieren Gefühle, Ängste und Gedanken der Protagonisten, die sich irgendwo zwischen Wahnsinn und Alptraum gefangen sehen.

Das Publikum ist nach knapp eineinhalb Stunden begeistert und applaudiert so anhaltend wie berechtigt allen Beteiligten. Also nix wie hin nach Koblenz. (Jochen Rüth, Der Opernfreund, 17. März 2017)


The Fall of the House of Usher - Packend.

Waltraud Lehner zeigt das mit starken Bildern, die immer dann frappieren, wenn sie geheimnisvoll bleiben: hier ist alles verrückt. Hier wird in Endlosschleife gelebt, perspektiv- und geschichtslos rinnen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander. Der Verfall ist ein innerer und das Draußen ein Sehnsuchtsort. Und genau an dieser Nahtstelle setzt ihre Umdeutung an. Hatte Poe den Roderick Usher als sein Alter Ego konzipiert, ist hier der Gast der einzig Dunkelhaarige – und das eigentliche Opfer. Am Ende erscheint die blutüberströmte (hier rot beperückte), lebendig begrabene Schwester nicht, um das Ende des Hauses zu besiegeln, sondern um den Eindringling zu meucheln. Und Roderick entschwindet verrückt kichernd von der Bühne. Nach draußen. Ins Draußen. Vielleicht hat er alles geplant als selbstsüchtigen Befreiungsschlag, schon mit seinem einleitenden Brief. (Andreas Falentin, Die Deutsche Bühne, 13. März 2017)


Wenn Roboter zu sehr lieben: Søren Nils Eichbergs „Glare“ glänzt in Koblenz

Bei den szenisch-musikalischen Qualitäten der Produktion und einer jungen, überzeugenden Besetzung fragt man sich, warum so viele Plätze im kleinen, feinen, ambitionierten Theater leer bleiben. Was bitte könnte der Oper Aufmerksamkeit und Zukunft sichern, wenn nicht ein so spannendes, fantasievoll inszeniertes, fabelhaft gesungenes Werk? (Volker Milch, Wiesbadener Kurier, 6. April 2017)